Obstbaumschnittkurs 2015 der Klasse AGL

Am 05.03.2015 führte Herr Frenzke, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Fürth mit den Schülern des BGJ-Agrar 10 der Berufsschule I Fürth einen Obstbaumschnittkurs durch. Die Schüler erhielten von dem Fachmann eine theoretische Unterweisung und fuhren danach für den praktischen Teil in den Lehrgarten des Landkreises Fürth. Der Kurs ist sowohl für den Theorieunterricht in Botanik eine wertvolle Bereicherung, als auch wesentlich für die Ausbildung der Landwirte im Bereich Landschaftspflege. Landwirte pflegen z.B. Hecken und Streuobstwiesen in der Kulturlandschaft oder pflanzen Bäume als Ausgleich für den Stallbau.

Hier ein Schülerbericht, geschrieben von Tom Brendel, AGL10a:

Wir fingen wie immer um 7.45 Uhr in der Berufsschule Fürth an. Als Erstes gingen wir grundlegendes Wissen für dieses Thema durch, wie z.B. Welche Obstbäume es gibt, wie sie wachsen, welche besonders bei uns vorkommen, wie sie geschnitten werden, welche Werkzeuge wir verwenden und wann wir diese Bäume schneiden.

Baumarten:

Apfelbaum, Birnbaum, Süß- und Sauerkirsche, Zwetschgenbaum, Pflaumenbaum und Viele mehr.

Wachstum:

Bäume wachsen je nach ihrer Veredelung, je nachdem, ob sie auf einer schnell oder langsam wachsenden Unterlage (= Stück von Stamm und Wurzel) veredelt werden. Aber auch der Boden entscheidet über das Wachstum, denn Bäume wollen keinen leichten (Sand) aber auch keinen schweren (Lehm) Boden. Ideal für Obstbäume ist ein schwach Sandiger Lehm.

Schnittwerkzeug:

Dies ist sehr wichtig, denn ein falsches oder unscharfes Werkzeug führt zu Verletzungen am Baum z.B. Fransen oder zu große Schnittflächen, die schlecht verheilen. Man schneidet Bäume mit einer Gartenschere, Feinsäge, Feinsäge mit Teleskopstiel oder einer Astschere.

Die Entwicklungsstadien eines Obstbaumes:

Man kann drei hauptsächliche Entwicklungsperioden der Obstbäume unterscheiden. Diese sind das Jugendstadium, Ertragsstadium und Altersstadium.

Aufbau von einem Obstbaum:

Der Stamm ist das Tragegerüst. Seine Höhe beeinflusst nicht nur Pflegemaßnahmen, sondern auch das Wachstum und die Fruchtentwicklung. Eine starke Krone ist ein tragfähiges Gerüst, das die dort wachsenden Früchte tragen kann. Das Hauptgerüst der Krone bilden die Leitäste. An den Leitästen sind die Fruchtäste, die möglichst flach steigend wachsen sollen, weil diese sich im Laufe der Zeit nach unten biegen. Der Wurzelteil des Obstbaumes wird als Unterlage bezeichnet, er ist je nach Züchtung und Baumart anders. Schwach wachsende Typen sind z.B. M 9 und M 26. Bei Birnen kennt man die schwach wachsende Quittenunterlage.

Schneidzeitpunkte:

Man schneidet Obstbäume im Winter oder z.B. wie die Kirsche nach der Ernte im Sommer.

Wie schneide ich Obstbäume:

Man schneidet die Äste per Augenmaß knapp oberhalb einer nach außen weisenden Knospe zurück, damit der Ast in die richtige Richtung wächst. Durch diese Form des Rückschnitts werden die Seitenknospen gezwungen auszutreiben. Äste, die ganz weg müssen, z.B auch Wassertriebe, werden direkt am Ast weggeschnitten.

Wir schneiden aber auch Äste ab, die z.B. zu alt, krank oder zu dicht aneinander sind, aber auch Äste, die zu weit nach unten hängen und dadurch vor der nächsten Ernte abbrechen würden. Bei Zwetschgenbäumen schneiden wir besonders viel ab, weil die Äste dieser Bäume meist sehr eng wachsen.

 

AGL 10

 

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